31 Aug. Hochzeitsgesellschaften sind so unterschiedlich wie die Paare selbst
Keine Hochzeit ist wie die andere. Und das liegt nicht nur an der Location, dem Brautkleid, der Tischdekoration oder der Musik. Vor allem die Hochzeitsgesellschaft macht jede Hochzeit zu einem ganz eigenen kleinen Kosmos.
Als Hochzeitsfotografin erlebe ich immer wieder, wie unterschiedlich die Menschen sind, die an einem Hochzeitstag zusammenkommen. Jede Gesellschaft hat ihre eigene Dynamik, ihren eigenen Humor und ihre ganz eigene Art, miteinander umzugehen.
Und irgendwie passt das fast immer erstaunlich gut zum Hochzeitspaar.
Die Hochzeitsgäste spiegeln das Hochzeitspaar wider
Oft beobachte ich, dass sich ein Hochzeitspaar im Laufe seines Lebens einen Freundeskreis aufbaut, der bestimmte Gemeinsamkeiten hat. Nicht unbedingt, weil alle gleich sind – ganz im Gegenteil. Aber häufig teilen sie Interessen, Lebensvorstellungen, Humor oder bestimmte Stationen ihres Lebens.
Auch die Familien wirken häufig wie ein Spiegel des Paares.
Manchmal ist eine Hochzeitsgesellschaft eher ruhig und zurückhaltend. Die Gespräche sind intensiv, die Menschen sitzen lange zusammen und diskutieren über Politik, Kunst, Reisen oder ihren Beruf.
Bei anderen Hochzeiten wird von der ersten Minute an gelacht, getanzt und angestoßen. Niemand braucht lange, um miteinander warm zu werden.
Und dann gibt es diese Hochzeiten, bei denen wirklich alles zusammenkommt.
Eine Hochzeit, viele unterschiedliche Menschen
Bei der Hochzeit, die ich am vergangenen Samstag fotografiert habe, war die Gesellschaft beispielsweise auffallend jung. Viele der Gäste waren Akademiker, hatten studiert oder befanden sich gerade mitten in ihrem Studium oder Berufsleben.
Es wurde viel gesprochen, diskutiert und gelacht. Gleichzeitig war die Atmosphäre unglaublich locker.
Für mich als Hochzeitsfotografin sind genau solche Beobachtungen spannend. Denn ich fotografiere nicht nur das Brautpaar.
Ich fotografiere auch das Umfeld, in dem dieses Paar lebt.
Die Freunde, die sich seit dem Studium kennen. Die beste Freundin, die bei jeder Gelegenheit sofort zur Seite steht. Die Geschwister. Die Eltern. Die Kollegen. Die Menschen, die vielleicht nur selten gemeinsam an einem Ort sind und an diesem einen Tag plötzlich alle zusammenkommen.
Hochzeitsfotografie bedeutet auch, Beziehungen zu fotografieren
Natürlich gehören schöne Portraits des Brautpaares zu einer Hochzeitsreportage dazu.
Aber eine Hochzeit besteht aus viel mehr als aus zwei Menschen.
Da ist die Mutter, die während der Trauung heimlich eine Träne wegwischt. Der Freund, der bereits beim Sektempfang seine erste große Geschichte erzählt. Die Cousine, die seit Jahren nicht mehr gesehen wurde. Zwei alte Freunde, die sich zufällig am Buffet begegnen und sofort wieder dort weitermachen, wo sie vor Jahren aufgehört haben.
Genau diese Verbindungen machen eine authentische Hochzeitsreportage aus.
Ich möchte nicht nur festhalten, wie eine Hochzeit ausgesehen hat.
Ich möchte festhalten, wie sie sich angefühlt hat.
Jede Hochzeitsgesellschaft hat ihre eigene Energie
Man kann eine Hochzeit bis ins kleinste Detail planen. Location, Ablauf, Blumen, Papeterie, Menü und Musik.
Was man nicht planen kann, sind die Menschen.
Und genau deshalb ist jede Hochzeitsgesellschaft anders.
Es gibt Hochzeiten mit 30 Gästen, die sich unglaublich groß anfühlen. Und es gibt Hochzeiten mit 150 Menschen, bei denen die Atmosphäre so vertraut ist, als würden alle seit Jahren gemeinsam am selben Tisch sitzen.
Als Hochzeitsfotografin liebe ich diese Unterschiede.
Denn ich weiß vor einer Hochzeit nie ganz genau, welche Geschichten an diesem Tag entstehen werden.
Wer wird besonders emotional?
Wer bringt alle zum Lachen?
Wer tanzt als Erster?
Wer sitzt plötzlich mit jemandem zusammen, den er seit zehn Jahren nicht gesehen hat?
Und wer wird am Ende des Abends vielleicht selbst überrascht sein, wie viel dieser Tag mit ihm gemacht hat?
Hochzeitsreportage statt perfekter Momentaufnahmen
Genau deshalb fotografiere ich Hochzeiten am liebsten als Hochzeitsreportage.
Ich möchte nicht ständig eingreifen und Menschen in Situationen bringen, die gar nicht ihre eigenen sind.
Ich möchte beobachten.
Ich möchte den Moment erwischen, in dem jemand wirklich lacht. Den Blick zwischen zwei Menschen. Eine kleine Berührung. Einen kurzen Moment der Verlegenheit. Die ausgelassene Stimmung auf der Tanzfläche.
Denn Jahre später sind es oft genau diese Bilder, die plötzlich wieder etwas auslösen.
Man sieht ein Foto und erinnert sich nicht nur daran, wer darauf zu sehen ist.
Man erinnert sich an die Menschen.
An die Gespräche.
An die Musik.
An den Geruch der Location.
An diesen einen Abend, an dem alle zusammen waren.
Eure Hochzeit muss nicht perfekt sein – sie muss eure sein
Vielleicht ist das auch das Schönste an Hochzeiten: Sie müssen nicht alle gleich aussehen.
Eine Hochzeit darf elegant sein, wild, modern, familiär, unkompliziert, glamourös oder völlig entspannt.
Und die Menschen dürfen genauso unterschiedlich sein.
Denn am Ende erzählt die Hochzeitsgesellschaft genauso viel über ein Paar wie die Location oder das Brautkleid.
Als Hochzeitsfotografin in Aachen, Köln und Umgebung begleite ich Hochzeiten deshalb nicht nur mit der Kamera. Ich beobachte die Menschen, die Beziehungen und die kleinen Geschichten dazwischen.
Denn genau daraus entsteht eine Hochzeitsreportage, die auch Jahre später noch nach euch aussieht.
Nicht perfekt inszeniert. Sondern echt.
eure Hochzeitsfotografin, Anna
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